Gesunder Schlaf
Eine unruhige Nacht lässt uns nicht nur unausgeruht in den Tag starten. Schlafmangel schädigt auf Dauer auch Herz und Kreislauf. Wir zeigen, warum das so ist und welche Tipps und Tricks für eine bessere Nachtruhe sorgen.
Kennen Sie das? Der Wecker zeigt 3:20 Uhr an, eigentlich sollten wir jetzt tief und fest schlummern. Doch stattdessen wälzen wir uns von einer Seite auf die andere und kommen einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Aufstehen fühlt man sich dann wie gerädert, ist müde, unkonzentriert und möchte sich am liebsten gleich wieder ins Bett legen.
Schlafstörungen sind weit verbreitet. Neue Daten des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ (Robert-Koch-Institut) zeigen, dass fast jeder Dritte Probleme beim Durchschlafen und etwa jeder sechste Erwachsene Probleme beim Einschlafen hat. Und gut jeder Achte ist sowohl von Ein- als auch von Durchschlafstörungen betroffen.
Schädliche Stresshormone
Was viele nicht wissen: Ein gesunder Schlaf spendet uns nicht nur Energie für den Tag. Er wirkt wie ein Medikament und stärkt unser Immunsystem. Während der Nachtruhe verarbeitet unser Gehirn das Erlebte vom Tag, Herzschlag und Blutdruck sinken, Fett- und Zuckerstoffwechsel werden optimiert, die Wundheilung beschleunigt und zelluläre Reparaturprozesse angestoßen. Zudem werden Hormone so reguliert, dass sie zur richtigen Tageszeit zur Verfügung stehen, etwa das Stresshormon Cortisol und das Schlafhormon Melatonin.
Umgekehrt bedeutet dauerhaft schlechter Schlaf Stress. „Der Körper ist aktiv und wird gezwungen, zum Beispiel seine Stresshormone aufrechtzuerhalten, die sonst runtergefahren werden“, erklärt der Herzspezialist Prof. Dr. Anil-Martin Sinha, Chefarzt am Sana Klinikum Hof. Stress aber löst einen zu schnellen Puls und einen zu hohen Blutdruck aus.
Zudem werden Entzündungsprozesse im Körper anstoßen. Es entstehen aggressive Sauerstoffmoleküle, sogenannte freie Radikale, die Zellen und Gewebe angreifen und unter anderem Arteriosklerose begünstigen, eine der Hauptursachen für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gravierend seien die negativen Auswirkungen bei schlafbezogenen Atemstörungen wie der Schlafapnoe. Warnzeichen hierfür sind unregelmäßiges Schnarchen mit plötzlichen Atemaussetzern und extreme Tagesmüdigkeit.
Sanfte Mittel helfen
Doch was genau bedeutet eigentlich gesunder Schlaf? Im Schnitt benötigen Erwachsene sechs bis neun Stunden Schlaf. Das Risiko für Krankheiten erhöht sich laut neueren Studien, wenn man langfristig weniger als fünf Stunden schläft und überraschenderweise auch, wenn man dauerhaft länger als neun Stunden in den Federn liegt. Wer gelegentlich Ein- oder Durchschlafprobleme hat, kann mit pflanzlichen Mitteln, beispielsweise aus der Passionsblume, oder mit Melatonin-Präparaten für eine erholsamere Nachtruhe sorgen.
Von einer Schlafstörung (Insomnie) sprechen Mediziner, wenn man mindestens dreimal pro Woche und über einen Zeitraum von einem Monat hinweg Schwierigkeiten mit dem Ein- und Durchschlafen hat und morgens nicht erholt aufwacht. In diesem Fall sollte das Schlafproblem ärztlich abgeklärt werden.
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